Der Ursprung beginnt mit der Eröffnung des UKB 1997 und durch die Präsentation des Rollstuhl-Rugby am 7. Februar 1998 durch eine Initiative des damals ansässigen Rehatechnik-Unternehmens Storch+Beller mit den Mannschaften „Heidelberg Lions“ und den „Karlsruher Outlaws“ in der Sporthalle des Unfallkrankenhaus Berlin-Marzahn (UKB).

Damals gab es noch nicht viele Mannschaften in Deutschland und der Verband des Rollstuhl-Rugby war bestrebt das Rollstuhl-Rugby auch in Ostdeutschland, vor allem im Großraum Berlin bekannt zu machen.

Mit dem Entstehen der Unfallklinik Berlin-Marzahn sollte zumindest die Plattform und Grundlage für die Spielerrekrutierung gegeben sein.

Am 7. Februar 1998 war es also soweit. 11 Spieler aus Süddeutschland und die 1.Vorsitzende vom Fachbereich Rollstuhl-Rugby, Andrea Dudziak, im Deutschen Rollstuhlsportverband waren anwesend. Unterstützt wurde die Aktion außer von der Firma Storch+Beller Rehatechnik, vor allem vom Chefarzt der Querschnittabteilung des UKB, Dr. Andreas Niedeggen, und dem Sporttherapeuten Bodo Heinemann.

Die Werbetrommel wurde gerührt und die Präsentation wurde am 7. Februar 1998 hauptsächlich von Patienten des ukb, Rollstuhlfahrern, speziell Tetraplegikern von anderen Berliner Vereinen und interessierten Sporttherapiestudenten besucht. Der Tag war erfolgreich für die Gründung einer Rugby-Mannschaft in Berlin.

Einer muss den Anfang machen: Michael Fiddeke spielte bis zu dem Zeitpunkt der Präsentation Rollstuhl-Basketball. Für einen Tetraplegiker ist diese Mannschaftssportart aber nicht so sehr geeignet, da man durch die eingeschränkten Finger- und Armfunktionen nicht so häufig zum Spieleinsatz kommt. Dies ist die neue Mannschaftssportart für Michael, das war gewiß.

Die Präsentation war schon am selben Abend erfolgreich, denn Dr. Niedeggen, Bodo Heinemann und Hennes Lübbering konnten Michael dafür gewinnen, die Koordination für den Aufbau einer Rugby-Mannschaft zu übernehmen.

Thomas Starnitzke war zu dem Zeitpunkt als stationärer Patient im ukb und auch er hatte nach der Präsentation großes Interesse am Rollstuhlrugby als Mannschaftssport, da er vor seinem Unfall Eishockey gespielt hatte.

Durch den Rollstuhlsport hatte Michael viele Kontakte zu anderen Rollstuhlfahrern, die als Tetraplegiker für diese Sportart in Frage kommen. Schon am nächsten Tag wurde eifrig telefoniert und der dritte im Bunde gewonnen: Ralf Ehseluns.

Der Anfang war gemacht, aber nun fehlten noch Trainer und Sponsoren.

Die Sporttherapiestudenten Irina Volkmar und Andreas Jirka, die auch bei der Präsentation dabei waren, bekundeten großes Interesse, eine Mannschaft zu trainieren, wenn genügend Spielerpotential vorhanden wäre. In ihrer Ausbildung hatten beide schon einmal Bekanntschaft mit dem Sport Rollstuhl-Rugby geschlossen.

Also war auch schon die Trainerfrage geklärt.

Auf die Sponsoren musste man auch nicht lange warten. Die Firma Storch+Beller hatte ja schon auch aufgrund der Organisation der Präsentation großes Interesse den Aufbau einer Mannschaft zu fördern. Hierbei engagierten sich Thomas Wüst als Techniker und Heidi Michel als Betriebsleiterin von Storch+Beller Rehatechnik in Berlin besonders.

Der Sponsor war gewonnen.

Eine Trainingshalle mußte her. Durch die Initiative von Heidi Michel wurden Verhandlungen mit der Verwaltung des UKB aufgenommen, um Hallenzeiten zu bekommen und eine kostenfreie Nutzung der Sporthalle zu ermöglichen. Auch dies gelang.

Jetzt fehlten nur noch mehr Spieler und die Rugby-Rollstühle.

André Leonhard, heute erfolgreicher Nationalspieler, kam im Sommer 1998 zu ambulanten Therapien ins UKB. Auch er war schnell gewonnen. Kurz danach kamen Detlef Parthey, Oliver Kuckuk, David Müller, Jan Spiegelhauer, Dennis Körössy, Jens Williamson und Wolfgang Diesener.

Die Mannschaft stand.

Rugby-Rollstühle gab es am Anfang noch nicht, so wurden Basketball-Rollstühle umgeschweißt, um den Anforderungen des Rugby standzuhalten. Auch kamen Spenden von Herstellern und ausgediente Rugbyrollstühle von verschiedenen Rugby-Vereinen.

Die Sportgeräte waren da.

Jede Mannschaft braucht einen Sport-Verein im Hintergrund. So wurden wir 1999 alle Mitglieder beim SC Berlin in der bestehenden Abteilung Behindertensport.

Was ist eine Mannschaft ohne Namen?

Verschiedene Namen wurden vorgeschlagen. Hier eine kleine Auswahl:

  • Berlin-Brandenburg Rolling Rocks
  • Berlin Raptors
  • Roter Stern Marzahn

Die Mannschaft entschied sich für den Namen „Berlin Raptors“.

Jetzt konnten wir eifrig trainieren und uns auf das erste große Turnier vorbereiten. Dies war das internationale Bernd-Best-Turnier vom 26. bis 28.3. 1999, das jährlich in Köln stattfindet. Für die Berlin Raptors war es die erste Teilnahme an einem derartigen Wettkampf. Zwar kehrten wir als Schlußlicht, jedoch reich an Erfahrung aus Köln zurück. Trotzdem hatten alle viel Spaß!

Damit im Spiel nicht jeder macht, was er will, gibt es natürlich auch im Rollstuhl-Rugby Regeln und Schiedsrichter. In den ersten Jahren hatten wir keine eigenen Schiedsrichter. Doch das kann sich ein Verein auf Dauer nicht leisten. Rike Braden und Ralf Ehseluns waren unsere ersten Schiedsrichter.

Seit der Gründung ist die Mannschaft mit Ab- und Zugängen inzwischen auf 17 Spieler angewachsen, und das sind nicht mehr nur Männer, sondern auch Frauen!

Im Laufe dieser Zeit konnten wir viele sportliche Erfolge erringen. Wir waren auf vielen internationalen Turnieren erfolgreich. Wir nehmen schon seit mehreren Jahren am offiziellen Spielbetrieb in den verschieden Ligen (1. Bundesliga, 2. Bundesliga und Regionalliga) teil und sind auch dort mehr oder weniger erfolgreich.

Das kann man an unseren vielen Pokalen, die wir im UKB ausstellen, sehen.

Wer heute noch dabei ist, und was wir heute darstellen, seht Ihr auf unserer Webseite.